Die Kanalreinigung umschreibt die Reinigung von Abwasserleitungen, Abwasserkanälen und Schächten. Eine Kanalreinigung sollte, wenn möglich, immer professionell durchgeführt werden, außer es ist nur eine kleine Kanalreinigung von der Toilette oder dem Waschbecken nötig, denn da kann man es auch mal selbst machen. Aber Abwasserleitungen sollten regelmäßig gereinigt werden, damit diese möglichst lange halten. Außerdem werden Ablagerungen vermieden, die durch bauliche Mängel Verstopfungen verursachen. Bauliche Mängel können falsche Senkungen und Gefälle sein. Wenn es zu Verstopfungen kommt, dann ist schnell eine Überschwemmung vorprogrammiert
Es kommt natürlich auf den Rohrdurchmesser an, ob die Reinigung maschinell oder per Hand durchgeführt werden kann. Wenn die Rohre zwei Meter überschreiten, also sogenannte Großkanäle, dann werden für die Reinigung Ballone, Wände, auch Schiffe und Boote vorangetrieben und unter einem Durchmesser von zwei Metern, werden Maschinen zur Reinigung eingesetzt. In einem Abwasserkanal, egal, ob Abwasserrohr oder Abwasserleitung, entstehen Gase und Beläge, die schädlich für die Rohre sind und diese werden ebenfalls bei einer Kanalreinigung beseitigt und somit die Lebensdauer der Rohre erhöht.
Inzwischen gibt es drei verschieden Möglichkeiten für eine Kanalreinigung. Die sogenannte Liegenschaftskanalreinigung wird mithilfe von verschiedenen Geräten durchgeführt. Hierbei werden sogar elektrische Geräte in Miniaturform zur Hilfe genommen. Des Weiteren gibt es die normale klassische Kanalreinigung und diese wird in den Haushalten überwiegend verwendet. Es fließen ja nicht nur Toilettenpapier, Urin und Fäkalien durch die Rohre, sondern es können auch einmal Feststoffe, wie Kies, Sand und Steine in die Rohre gelangen. Diese Feststoffe sind schwerer, als die Kraft des Abwassers, um diese weiter zu spülen und so müssen diese irgendwann maschinell entfernt werden.
Die dritte Möglichkeit zur Kanalreinigung ist die Großkanalreinigung und hier werden ganz andere Geräte benötigt. Auch hier entstehen Gase und Beläge, die sich an den Rohren festsetzen und diese können sogar die Rohrwände immer mehr ausdünnen. Hier werden die Beläge und Gase entfernt, damit die Betonrohre möglichst lange erhalten bleiben. Eine Kanalreinigung kann auch folgendermaßen ablaufen und das mithilfe von Wasser. Man nennt diese Form der Reinigung Wasserrecycling. Hier wir eine druckbeaufschlagte Düse in den Kanal geführt, entweder hineingezogen oder gestoßen und wenn das Ende der Strecke erreicht wurde, wird die Düse wieder zurückgezogen. Während dem Zurückziehen tritt aus einer genau berechneten Düsenöffnung ein sehr starker Strahl aus und dieser trifft auf das Material, das eben abtransportiert werden soll. Das Material löst sich, wird nach hinten geschleudert und anschließend aus dem Kanal in Fließrichtung abtransportiert. Die Kanalreinigung findet in diesem Fall während des Zurückziehens der Düse statt.
Wenn es vermeidbar ist, dann sollte darauf verzichtet werden, in die Kanalisation oder Grube einzusteigen. Sollte doch ein Einstieg zwingend notwendig sein, so sollte ein Gaswarngerät auf Atemhöhe angebracht werden und so der Kanal oder die Grube bestiegen werden. Ein Einstieg kann ein Risiko in Form von Gas-, Ertrinkungs-, Rutsch-, Absturz- und im schlimmsten Fall Explosionsgefahr bergen.
Gerade bei Kanalreinigungen gibt es strenge berufsgenossenschaftliche Richtlinien, die bei Arbeiten in Kanälen zu beachten und einzuhalten sind und diese sind zu finden unter der Bezeichnung „Arbeiten in umschlossenen Räumen abwassertechnischer Anlagen“. Auch im BGR gibt es Richtlinien bei Arbeiten in Behältern, Silos oder engen Räumen. Damit die Gefahr auch genauestens eingeschätzt werden kann, kann die Informationsschrift „Beurteilung von Gefährdungen und Belastungen an Arbeitsplätzen in Abwasserentsorgungsbetrieben“ von den Gesetzlichen Unfallversicherungen als Grundlage dienen.
Auch die Entsorgung von Abfällen aus den Kanälen und Abfälle von der Kanalreinigung muss genauestens beachtet werden. Es gibt darüber sogar eine Verordnung über das Europäische Abfallverzeichnis von 2001. Diese Verordnungen und Vorschriften müssen zwingend eingehalten werden, denn sonst drohen Umweltverschmutzungen und diese werden mit einer Strafe geahndet.
Gerade in ländlichen Gegenden gibt es immer noch reihenweise Häuser ohne eine Kanalisation und diese sind dann an eine sogenannte Klärgrube angeschlossen. Eine solche Grube muss auch alle paar Jahre entleert und gereinigt werden. Meistens übernehmen das Entleeren die Bauern in der Gegend und bringen das Klärgut auf die Äcker und Felder, um diese damit zu düngen. Die Bauern betreiben dies aber auch nur, so Lange es im Rahmen bleibt und halten sich natürlich an die Vorschriften. Gewisses Klärgut darf nämlich auch nicht auf die Äcker und Felder gebracht werden, sondern muss ordentlich und nach Vorschrift entsorgt werden. Auch die Entsorgung übernehmen hier meist die Bauern, da es sich nicht lohnt, auf Grund der kleinen Menge an zu entsorgendem Gut, extra den Entsorgungsdienst zu rufen. Die Bauern haben eine größere Menge, was es zu entsorgen gilt und daher wird das meist zusammen erledigt. Das geschieht für die Hausbesitzer meist ohne großen Kostenaufwand und innerhalb weniger Stunden. Bei einem Einfamilienhaus reicht es je nach Größe der Klärgrube, wenn diese etwa alle sechs bis acht Jahre entleert wird. Es geschieht dennoch öfter, dass die Grube entleert wird, weil es einfach ist und schnell geht. Da es viele verschiedene Gruben gibt, sind auch die Reinigungsmaßnahmen für solche Gruben sehr unterschiedlich. Die neueren Gruben haben einen eingebauten Filter und Reinigungsmechanismus, was die Reinigungen immens erleichtert.
