Früher wurden die Teppiche ganz einfach genommen, nach draußen gebracht und mit dem Teppichklopfer ausgeklopft. Aber erstens gab es früher nur Teppiche und keine Teppichböden und zweitens verwendet man heutzutage lieber teppichschonendere Verfahren, damit der Flor nicht beschädigt wird. In der Regel werden die Teppiche mit einem Staubsauger vom Schmutz und Staub befreit. Sollte der textile Belag also eine Zwischen- oder Grundreinigung benötigen, da starke Verschmutzung vorherrscht oder Flecken vorhanden sind, dann müssen Teppichreinigungsmittel zum Einsatz kommen. Es gibt vier Teppichreinigungsmittel und das sind Teppichschaumreiniger, Sprühextraktionsmittel, Teppichreinigungspulver und dann natürlich speziellen Fleckenentferner für Teppiche.
Ein Teppichschaumreiniger wird mit dem Shampooniergerät oder der Einscheibenmaschine in den Teppichflor einmassiert. Dies löst den Schmutz an und hebt diesen nach und nach ab. Wenn bekannt ist, dass der Teppich eine Nassreinigung verträgt, dann kann der Teppich auch mit Nassschaum behandelt werden. Die reinigungsaktivsten Substanzen sind die Tenside, die in hoher Konzentration vorkommen und diese lösen sowohl wasser- als auch fettlösliche Partikel ab. Hochwertige Schaumreiniger weisen einen neutralen pH-Wert auf, haben ein gutes Schaumstehvermögen und ergeben nach dem Abtrocknen nichtklebende Rückstände. Sollten klebrige Rückstände im Teppich zurückbleiben, dann ist es natürlich klar, dass der Teppichboden sehr schnell wieder verschmutzt. Teppichschaumreiniger gibt es in flüssiger Form und als Spray. Das Spray ist eher für eine Teppichreinigung in der Wohnung gedacht, während die flüssige Form von professionellen Kräften genutzt wird.
Das Sprühextraktionsmittel lässt sich mit einem Sprühextraktionsgerät in den Flor des Teppichbodens einsprühen und wird anschließend mit dem gelösten oder abgehobenen Schmutz wieder abgesaugt. Sprühextraktionsmittel enthält ebenfalls Tenside in hoher Konzentration, diese müssen aber in jedem Fall schaumgebremst sein, damit man die Kapazität des Schmutzwassertankes auch voll ausnutzen kann. Deshalb sind manchen Sprühextraktionsmitteln sogenannte Entschäumer beigemischt. Damit es nicht zu unschönen Farbveränderungen am Teppich kommt, sollte darauf geachtet werden, dass der pH-Wert auch hier im neutralen Bereich liegt.
Teppichreinigungspulver wird meist nur zur Zwischenreinigung oder auch Teilflächenreinigung von textilen Belägen eingesetzt. Das Pulver ist besonders dann geeignet, wenn der Teppich keine Nassreinigung verträgt. Neben den Tensiden enthält das Mittel pulverförmige Trägerstoffe, was Maisschrot oder Sägemehl sein kann und diese wurden mit einem Lösemittel getränkt. Diese Lösemittel lösen den Schmutz von den Fasern des Teppichs und binden diese an die Trägerstoffe. Nach der Trocknung wird das Teppichreinigungspulver abgesaugt. Beim Ausstreuen von Teppichreinigungspulver können die Schleimhäute der Atemwege durch das Einatmen geschädigt werden und daher ist es zwingend notwendig, eine Schutzmaske während der Arbeit mit Teppichreinigungspulver zu tragen.
Wenn ein Teppich spezielle Verschmutzungen aufweist, wie Kugel- oder Filzschreiberflecken, Tintenflecken, Teer-, Wachs, Lack- oder Getränkereste, dann muss es zum Einsatz von Fleckenentferner kommen. Fleckenentferner können in flüssiger, pulverförmiger Form, als Schaum oder Spray eingesetzt werden. Ein Spray ist zum Beispiel ein Vereisungsspray, das man bei Kaugummi im Teppich verwenden kann. Die zu verwendete Form des Fleckenentferners, kommt auf den Zeitpunkt der Reinigung an. Frische Flecken sollten sofort behandelt werden, denn umso weniger Mittel wird dafür benötigt. Alte Flecken gehen schlecht weg und man benötigt mehr Chemie dafür. Bei der Verwendung von Fleckenentferner sollte auf eine sehr gute Raumbelüftung geachtet werden, denn die Dämpfe in geschlossenen Räumen können sich gesundheitsschädigend wirken. Man sollte dabei auf jeden Fall eine Schutzmaske und Schutzbrille aufsetzen, denn Spritzer in die Augen können die Hornhaut schädigen.
Wenn man selbst zuhause einen Teppich reinigen möchte, dann kann man gut zu einer Seifenlauge aus Kernseife greifen. Anschließend sollte der Teppich noch mit klarem, Essig versetztem Wasser, ausgewaschen werden und anschließend gut ausgetrocknet werden. Auch das Shampoonieren kann man problemlos zuhause machen und das geschieht dabei am besten von Hand. Teppichböden können sowohl shampooniert, als auch mit einer Seifenlösung behandelt werden. Hierbei verwendet man am besten eine weiche Bürste, damit die Fasern nicht beschädigt werden und arbeit die Lösung vorsichtig in den Teppich ein. Natürlich kann auch nur der Bereich der Verschmutzung behandelt werden, aber dabei besteht eben die Gefahr, dass man es hinterher sieht. Die Stelle kann etwas heller wirken, da sie sauber ist oder es kann bei hellen Teppichen ein leichter Rand von der Feuchtigkeit zurückbleiben. Wenn man mit dem Einarbeiten der Lösung fertig ist, dann trocknet man das Ganze mit einem sauberen, trockenen Tuch durch Aufdrücken des Tuches. Man kann auch hinterher den Teppich mit Essigwasser behandeln, denn das lässt die Farben aufleuchten und Verfärbungen durch die Reinigung zuvor verschwinden. Bei Essigwasser sollte ein Schwamm benutzt werden und nicht zuviel Wasser. Das wichtigste ist einfach, dass man Verschmutzungen und Flecken sofort beseitigt, damit diese sich erst gar nicht richtig im Teppich festsetzen können und dann benötigt der Teppich auch keine großangelegte, aufwendige Reinigung. Je sorgfältiger also der Umgang mit den Teppichen und Teppichböden, desto weniger aufwendig ist die Reinigung und eben auch die dafür zu investierende Arbeit und Zeit.
